Herzlich Willkommen

auf der Homepage der Ev. Kirchengemeinde Gemünden-Bunstruth


  Die nächsten Gottesdienste: 

  

21.08.2022 (10. Sonntag nach Trinitatis)

09:15 Uhr Schiffelbach

 10:30 Uhr Grüsen

 

28.08.2022 (11. Sonntag nach Trinitatis)

18:00 Uhr Gemünden

18:00 Uhr Mohnhausen

19:15 Uhr Schiffelbach

19:15 Uhr Grüsen

 


Digitaler Impuls Juli - Gott und Gottesbilder -






Liebe Gemeindeglieder!

Martin ist in Rente. Vor wenigen Wochen wurde er 60. Nach 41 Arbeitsjahren musste die Firma ihm das noch nicht einmal durch einen goldenen Handschlag versüßen. Nun hat er keine Termine, sondern Zeit. Aber auch keine Sekretärin, die den Tag strukturiert, manches abnimmt oder von ihm fernhält. Die Kinder sind längst aus dem Haus. Seine Frau betont eigenständig. Kein Hund, der morgens raus will. Kein Garten, der nach Pflege verlangt. Und die betagte Mutter ist gut versorgt. Plötzlich ist er allein für sein Schicksal verantwortlich. Muss weder Herausforderungen bewältigen, weitreichende Entscheidungen treffen noch in Nachtsitzungen über die neue Strategie zur Rettung des Planeten konferieren. Jetzt sind die Junioren dran. Für ihn bleibt die Seniorenkarte. Im Fußballverein kickt er bei den alten Herren. Die Feuerwehr verabschiedete ihn elegant in die Ehrenabteilung. Beim Tennis geht ihm mittlerweile rasch die Puste aus. Bleibt vielleicht Golf. Aber für so erwachsen fühlt sich Martin dann doch noch nicht. Martin war ein Arbeitstier. Morgens der erste. Und als Letzter machte er oft das Licht aus. Gutes Geld hatte er verdient. Kam viel rum und lebte an Orten, an denen andere nicht mal Urlaub machten. Seine Welt war besonders. Funktionierte und bestand aus wenig Alltag. Eine Blase. Goldener Käfig. Man sorgte bestens für ihn, damit er alles für die Firma geben konnte. Und Martin gab 120%.

Dann die Vollbremsung. Der Ruhestand. Von 120 auf null in wenigen Sekunden. Für ihn eine Bruchlandung im ganz normalen Leben. Seine Frau füllte den Kühlschrank schon lange nicht mehr auf. Sie ist auf Dauerdiät. In der sündhaft teuren Küche im exklusiven Eigenheim in bester Lage wurde noch nie gekocht. Sie könnte Schaden dabei nehmen. Für Familie und Freunde blieb früher nie wirklich Zeit. Beziehungen wollen gepflegt, erlebt, intensiviert und gestaltet sein. Das passte so nicht in den Terminkalender. Stresste kolossal. Martin weiß vom Leben der anderen aus dem Fernsehen. Die Nachrichten bringen Berichte über Einzelschicksale, Biografien und Tragödien. Von Eltern, die entnervt einen Kita-Platz in der Nähe suchen. Von der bezahlbaren Wohnung erst gar nicht zu reden. Von Schülern, die seit Monaten mit Maske unterrichtet werden und noch nie das Gesicht ihres neuen Klassenlehrers im Vollbild sahen. Von jungen Familien, die zur Tafel gehen und Frauen mit 4 Minijobs. Martin fremdelt mit den Nachbarn. Dem Rest der Familie. Den alten Kumpels aus der Schule. Seine Probleme spielen in einer anderen Liga. Seine Sorgen haben Niveau. Denkt er. Nach einem Blick auf den letzten Kontoauszug kam wieder Freude auf. Er hatte auf das richtige Pferd gesetzt. Fantastisch, wenn nicht man selbst, sondern das Geld für einen arbeitet! Martin denkt mit dem Kopf. Andere mit dem Herzen. Wie seine betagte Mutter. Eine fromme Frau. Flüchtling einst. Mit einem Pappkoffer aus der Ukraine nach Kassel gespült. 1944. Sie hängt in ihren Erinnerungen fest. Und an ihrem Glauben. „Junge, vergiss unseren Herrgott nicht!“ - sagt sie bei seinem letzten Besuch.  Erwischt. Martin wird’s ungemütlich. Gedanken an den Kindergottesdienst und den Konfirmandenunterricht, die Freizeiten mit dem jungen Pfarrer sowie die langen Nächte am Lagerfeuer steigen hoch in die Seele. Er gönnt sich die stumme Reise in die Vergangenheit. Plötzlich fällt ihm sogar der Vers ein, den ihm Pastor Lämmerhirt vor 46 Jahren zur Einsegnung mit auf den Weg gab: „Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch!“ Ein Wort aus dem ersten Petrusbrief, wie er sofort googelt. Ja. Gott hat auf seine Weise für ihn gesorgt. Ihn gewissermaßen überversorgt. Total verwöhnt. Doch alles hat seine Zeit. Vielleicht war jetzt der Moment, sich dem Leben neu zu stellen. Die Komfortzone zu verlassen. Martin gibt der Mutter einen Kuss und verspricht, am Sonntag mit ihr in den Gottesdienst zu gehen. Dann wählt er die Nummer vom Pfarrbüro und sagt: „Ich bin Martin und habe Zeit. Was kann ich für den Rest der Welt tun?“

 

 

Hilmar Jung


Friedensgebet

Der Krieg in der Ukraine erschüttert weiterhin diese Welt. Die Bilder und Berichte von unfassbarer Gewalt und großem Leid machen sprachlos und sind kaum noch auszuhalten. In solchen Ängsten und Ungewissheiten kann es gut tun, die eigenen Sorgen und Ängste vor Gott zu bringen. Gott diese Gedanken anzuvertrauen und zu spüren, dass man nicht allein ist.

So finden Sie in diesem Gemeindebrief ein Friedensgebet, dass Sie für sich allein oder gemeinsam mit anderen Menschen sprechen können.

Bleiben sie behütet!

 

 

Gott, was denkst du, über das, was geschieht?  Da in der Ukraine. Von Russland angegriffen. Du hast Gedanken des Friedens. So sagt es die Bibel.

Ein Krieg hat begonnen. Menschen starben. Und wir haben Angst. Zu viel Bosheit und Sturheit. Hass und Hetze. Wo gibt es Halt? Wo gibt es Hoffnung?

So sagen wir: „Licht des Friedens, leuchte!“

 

Wir schauen nach Russland und in die Ukraine, Gott. Und das Herz wird schwer. Wie kann es sein, dass Bosheit und Unvernunft siegen? Dass Sturheit und Machtgier sich durchsetzen? Und wo bist du? Ach, Gott, wie sehr wir uns das wünschen: Dass du etwas tust. Damit Friede sich ausbreitet. Und Menschen leben können. Ohne Angst vor Bomben und Granaten. Ohne Angst davor, einen geliebten Menschen zu verlieren. Ohne Angst davor, fliehen zu müssen.

 

So sagen wir: „Licht des Friedens, leuchte!“

 

Guter Gott, sei du den Menschen in der Ukraine nah. Lass sie deine Geborgenheit spüren. Denen, die um ihr Leben fürchten müssen. Die, denen ihre Freiheit genommen wird. Die einen geliebten Menschen vermissen. Die um einen geliebten Menschen trauern. Die um Frieden kämpfen müssen. Die fliehen und gar nicht wirklich wissen, wo sie Schutz finden können. Die diese Angst und Ungewissheit aushalten müssen. Sei du ihnen nah in ihrer Angst und schütze sie.

So sagen wir: „Licht des Friedens, leuchte!“

 

Ewiger Gott, wir bitten dich:  Pflanz deine Gedanken des Friedens ein in die Köpfe der Mächtigen. In die Herzen derer, die jetzt um Frieden verhandeln. Lass sie nicht müde werden, dafür einzustehen. Gib Hoffnung und Zukunft. Und klaren Verstand. Damit Friede sich ausbreitet. Bewahre uns davor, die Hoffnung zu verlieren.

So sagen wir: „Licht des Friedens, leuchte!“

 

Guter Gott, es tut gut unsere Sorgen und Ängste vor dich bringen zu können. Du, Gott, bis unsere Zuversicht und Stärke. Eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. Ein Hoffnungslicht in der Dunkelheit.

 

So sagen wir: „Licht des Friedens, leuchte!“ 



 Lesen Sie unseren aktuellen Gemeindebrief "Einer für Alle!"

Hier finden Sie eine Übersicht über unsere nächsten Gottesdienste und Andachten!  

 

Wir freuen uns über Lob, Kritik, Vorschläge und vieles mehr in unserem Gästebuch!